BaFin-Präsident Hufeld: Regulierung im “Spannungsverhältnis zwischen Innovation und Sicherheit”

Tobias Schmidt

von Tobias Schmidt

Am · Lesezeit: 3 Minuten

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Tobias Schmidt ist seit August 2017 als Redakteur im Team von BTC-ECHO tätig. Sein Fachgebiet im Krypto-Bereich sind die vielen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

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Felix Hufeld, der Präsident der deutschen Regulierungsbehörde BaFin, hat sich in der letzten Woche in einer Rede zu Kryptowährungen und der Blockchain geäußert. Dabei ging er auch genauer auf die Rolle seiner Behörde bei der Regulierung von Technologie und Anwendungen ein. Dabei müsse Innovation gefördert, jedoch auch die Finanzmarktstabilität gewahrt werden.

Am Donnerstag, den 7. Juni, hielt der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in Berlin eine Rede mit dem Titelthema „Bitcoin, Blockchain: Was ist Hype und was bleibt?“. Wie der Titel schon vermuten lässt, ging es darin zum einen um die Herausforderungen, die Kryptowährungen aus Sicht des Finanzmarktregulierers darstellen. Zum anderen sprach Hufeld aber auch die Möglichkeiten an, die die Technologie seiner Meinung nach bereithält.

Hype oder Zukunftstechnologie?

„Die Frage, was an Bitcoin und Blockchain nur Hype ist und was tatsächlich die Substanz hat, die Finanzmärkte disruptiv zu verändern, kann und will ich an dieser Stelle nicht abschließend beantworten. Einige Einschätzungen und Beobachtungen dazu kann ich Ihnen als Finanzaufseher jedoch anbieten.“


So leitet Felix Hufeld seine Ausführungen zur Blockchain ein. Als die bekannteste Anwendung der Blockchain hebt er den Bitcoin stellvertretend für alle Kryptowährungen hervor. Diesen sehe er nach wie vor nicht als Währung an, da in unserer Jurisdiktion der Währungsbegriff klassischerweise dem Zentralbankgeld vorbehalten sei. Obwohl der Bitcoin also einst als Alternativwährung geschaffen worden sei, ist er eher als Rechnungseinheit zu betrachten.

Die BaFin muss regulierend tätig werden

Die BaFin sieht er in der Rolle des Regulators, der den nötigen Rahmen setzt, damit sich Blockchain und Kryptowährungen sicher entwickeln können. Um nicht über das Ziel hinauszuschießen und überzuregulieren, will man zunächst jedoch mehr über die Technologie lernen. „Innovationen brauchen gerade am Anfang Raum, um sich entwickeln zu können. Ihnen diesen Raum zu lassen, zeichnet eine Marktwirtschaft aus“, zeigt Hufeld seine Leitlinien auf. Aus der Angst vor Risiken dürfen nicht die Chancen in den Hintergrund geraten.

Die BaFin will auch die Interessen der Verbraucher und Investoren schützen. Daher stehen vor allem Initial Coin Offerings im Fokus der Behörde. Die Finanzierungsmethode ICO ist bisher noch extrem unreguliert, unsicher und hoch spekulativ. Die Maxime des Handelns ist jedoch nicht der Schutz einzelner Investoren, sondern die Sicherung der Finanzstabilität und die Abwendung von systematischem Schaden von Verbrauchern.

Die Blockchain ist vielfältig einsetzbar

Die zeitweisen Kursgewinne der Kryptowährungen bezeichnet Hufeld als einen Hype, die Blockchain sieht er als etwas stabiler an. So erwähnt er Estland und Schweden als Beispiele, in denen die Blockchain bereits im Bereich der öffentlichen Verwaltung genutzt wird. Dort biete sich die Technologie vor allem in Ländern mit niedrigerem Entwicklungsstand an, wo Strukturen gerade noch im Aufbau begriffen sind. So bezeichnet er die Blockchain für „manche Länder Afrikas“ als „regelrechten Quantensprung“, etwa bei der Dokumentation von Eigentumsrechten.

Aber auch in Industrienationen kann die Blockchain zur Sicherung von Wachstum und Wohlstand beitragen. Speziell die Finanzbranche als offensichtliches Einsatzfeld ist hier interessant. Kleine und mittelständische Unternehmen können von kostenlosem grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr ohne Intermediär profitieren. Er nennt zudem die Bereiche Schuldscheindarlehen und Versicherungen als Einsatzfelder für Blockchain-Applikationen wie Smart Contracts. Er warnt jedoch auch davor, in der Blockchain eine Lösung für alle Probleme zu suchen. Man müsse sich genau fragen, wer von der Technologie profitieren könne.

Wie zu Beginn der Rede klargestellt, kann Hufeld also nicht genau sagen, wo das Versprechen der Blockchain aufhört und der irrationale Hype beginnt. Er lässt jedoch einen klaren Willen vonseiten der BaFin erkennen. Sie wolle die Technologie fördern, wo sie gewinnbringend eingesetzt werden kann. Für den seriösen Teil der Kryptoszene sind dies gute Nachrichten.

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