Bärenmarkt verursacht Preissturz bei GPUs

Bärenmarkt verursacht Preissturz bei GPUs

Nach einem Bericht des internationalen Online-Magazins Computerworld sind in der jüngeren Vergangenheit kam es bei speziellen Grafikprozessoren (GPUs) für das Kryptomining in gleichem Maße zu einem Preissturz wie auf dem digitalen Markt. Am Ende des Jahres 2017 und zu Beginn 2018 haben die Kosten für das Kryptomining deutlich angezogen. Seit die Märkte in eine Abwärtsphase eingetaucht sind, scheint sich die Tendenz umgekehrt zu haben.

Wie BTC-ECHO berichtete, veröffentlichte Nvidia Corp. im ersten Quartal 2018 deutlich höhere Einnahmen in Bezug auf den Kryptomarkt als erwartet. Die Geldmenge, die der Chiphersteller für Mining-Chips eingenommen hatte, lag demnach wohl bei 289 Millionen US-Dollar. Für das zweite Quartal war das Unternehmen jedoch schon zum damaligen Zeitpunkt von niedrigeren Umsätzen ausgegangen.

Vor allem Preise von AIBs (All-In-Board-Grafikkarten) haben nachgegeben

Nach dem aktuellen Bericht sind vor allem die Preise für AIBs (All-In-Board-Grafikkarten) gefallen, während die Auslieferungen unter dem Eindruck der nachgebenden Kurse der Kryptowährungen gestiegen sind. Experten wie Robert Dow von Jon Peddie Research hatten Computerworld gegenüber geäußert, sie hätten den Preisrutsch vorhergesagt. Sie fügen hinzu:

„Die Kosten für den Betrieb der Mining-Rigs sind nicht unerheblich. Und wenn die Preise für die Währungen unter Druck geraten […], werden die Leute die Rigs betreiben und sich auf dem Zweitmarkt nach günstigen AIBs umsehen in der Hoffnung, dadurch die Kosten zu sparen.“

Nach einer Umfrage durch Jon Peddie Research haben Kryptominer in 2017 über drei Millionen AIBs im Wert von 776 Millionen US-Dollar gekauft. Davon stammten die meisten von AMD, dem Hersteller von Halbleitern und Mikroprozessoren. Zum Jahreswechsel 2017/18 seien wegen der immensen Preissteigerungen viele High-End-Karten ausverkauft gewesen.

Nach Angaben von Computerworld waren noch im April dieses Jahres AMDs OEM 4GB RX 580 six-packs zum Preis von 3.600 US-Dollar ausverkauft, während man heute nur noch 2.500 US-Dollar dafür zahlen muss. Die Nvidia GeForce GTX 1080 Founders Edition, 8GB GDDR5X PCI Express 3.0 Grafikkarte war ebenfalls zu Preisen um 1.050 US-Dollar ausverkauft, nun sei der Artikel wieder für 709 US-Dollar zu haben. Robert Dow kommentiert den Wandel so:

„Wir glauben auch, dass AMD und Nvidia große Lagerbestände aufgebaut hatten. Das wird den Effekt verstärkt haben. Vor dem Preisanstieg durch die Käufe von AIBs für das Mining waren die Kosten für AIBs nahezu gleichbleibend bis leicht fallend. Der Trend könnte sich fortsetzen, so lange bis eine neue Generation von Grafikkarten auf den Markt kommt.“

Neue Mining-Hardware angekündigt

Der aktuelle Preisrutsch hatte die Produzenten nicht davon abgehalten, neuartige Mining-Hardware zu entwickeln. Erst im Mai dieses Jahres hatte der US-Konzern ASUS das Erscheinen der zweiten Generation seines Kryptomining-Motherboards angekündigt, das zum Beginn des dritten Quartals 2018 im Handel erhältlich sein soll.

Der chinesische Technologieriese Bitmain hatte im April den Marktstart des Ethash ASIC-Miner angekündigt, der als der „weltweit stärkste und effizienteste Ethash ASIC-Miner“ angepriesen wird. Bitmain hat 2017 den US-Hersteller Nvidia im Hinblick auf den Gesamtumsatz übertroffen. Gemeldet worden waren drei bis vier Milliarden US-Dollar Umsatz. Dabei beherrscht Bitmain 70 bis 80 Prozent des Marktanteils im BTC-Mining und bei ASICs.

BTC-ECHO

Über Peter Hermann

Peter HermannPeter Hermann ist langjähriger Wirtschaftsjournalist für internationale Finanzen und Geldanlage. Zudem besitzt er die Zertifizierung zum Anlageberater nach § 34f.

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