Autohersteller Daimler tritt Hyperledger Project bei

Autohersteller Daimler tritt Hyperledger Project bei

Die Daimler AG ist, wie heute von dem Autohersteller bekannt gegeben wurde, dem Hyperledger Project der Linux Foundation beigetreten.



Damit ist Daimler der zweite hochkarätige Neuzugang in diesem Jahr. Anfang des Jahres hatte schon die Kreditkartenorganisation American Express ihren Beitritt zum Hyperledger Project verkündet.

Der CIO der Daimler AG, Jan Brecht, äußert:

„Wir sehen in der Blockchain eine vielversprechende Technologie, noch nicht ganz ausgereift, aber stetig wachsend. Es ist nun die richtige Zeit, tiefer in die Materie einzutauchen, Wissen aufzubauen und ein Netzwerk mit themenaffinen Menschen zu schaffen, um Erfahrungen auszutauschen. Mit dem Beitritt zum Hyperledger Project befinden wir uns auf dem richtigen Weg.“

Die Daimler AG wird von dem IT-Manager Jonas von Malottki vertreten, der einen Platz im Vorstand des Hyperledger Projects bekommt.

Der Beitritt ins Hyperledger Project ist der erste offizielle Schritt seitens der Daimler AG in Richtung Blockchain.

Interessant in diesen Zusammenhang ist der noch recht frische Beitritt des Zahlungsdienstleisters PayCash ins Hyperledger Project, der auch Bitcoin-Zahlungen unterstützt. Unter anderem entwickelt PayCash eine Methode zur Abwicklung von „in-car payment services“- sicherlich etwas, an dem auch Daimler Interesse hat.

Kommentar von Sven Wagenknecht, BTC-ECHO:

Die deutschen Autohersteller stehen in letzter Zeit immer öfter in der Kritik, nicht innovativ und digitalaffin genug zu sein. Insbesondere sind die Autohersteller mit dem Vorwurf konfrontiert, dass sich die Wertschöpfung im Automobilsektor immer stärker gen Silicon Valley verlagert, wobei sie selbst immer mehr zu einem Zulieferer mit schrumpfenden Margen degradiert werden.

Um diesen Vorwurf zu entkräften, müssen sich die Autohersteller aktiv in der Erforschung der digitalen Trendthemen zeigen. Kurzfristig imagebedingt, langfristig um zu überleben.

Auch die Blockchain kann neben der IoT-Technologie Teil der Smart Mobility sein, sodass es fahrlässig wäre diese Technologie zu ignorieren. Bleibt zu hoffen, dass Daimler den Beitritt zum Hyperledger Project ernst nimmt und aktiv an Standards in der Blockchain-Technologie mitwirkt.

Das erste Unternehmen, welches einem Blockchain-Konsortium aus reiner Verlegenheit und Imagedruck beitritt, wäre es sicherlich nicht.

BTC-ECHO

Englische Originalversion von Garrett Keirns via CoinDesk

Über Sven Wagenknecht

Sven WagenknechtSven Wagenknecht ist Chefredakteur von BTC-ECHO und verantwortet neben der redaktionellen Planung auch den Bereich Business Development. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn vor allem die langfristigen Implikationen auf Politik, Gesellschaft und Wirtschaft.

Bildquellen

  • Silberpfeil: © Rainer Schmittchen - Fotolia.com

Ähnliche Artikel

Identität 4.0: Der goldene digitale Fußabdruck – Von Daten und Konzernen

Wir begeben uns auf die Reise zur Persönlichkeit: Was bedeutet Identität? Wie kommt man von der analogen zur digitalen Identität? Nachdem geklärt ist, was Identität ist und wie wir sie ins Netz bringen, geht es nun um den Wert unserer digitalen Identität. Heute: Identität 4.0.: Der goldene digitale Fußabdruck – Von Daten und Konzernen. Teil […]

Was tun im Bärenmarkt? Gedanken zum fallenden Bitcoin-Kurs

Der Bärenmarkt nimmt kein Ende. Analysten versuchen den Grund für den fallenden Bitcoin-Kurs zu erklären und wecken Hoffnung auf einen neuen Bullenmarkt in diesem Jahr. In diesem Artikel werden Denkanstöße in andere Richtungen gegeben. Eine Kolumne von Philipp Giese Nachdem der Kurs ein seit Monaten durchlaufenes Triangle Pattern durchbrach und einen seit einem halben Jahr […]

ETHBerlin: Hackathon erhält eigenen Token

Im September findet in Berlin ein Ethereum-Hackathon statt. Für die Veranstaltung soll eigens ein Token erschaffen werden. Der auf den Namen BRLNCoin getaufte Token wird Teil eines Ethereum-basierten Belohnungssystems sein.  Berlin hat sich als idealer Nährboden für Startup-Unternehmen einen Namen gemacht. Auch die Kryptoszene pulsiert in der Hauptstadt, was sich in zahlreichen Veranstaltungen rund ums Thema […]

Bitconnect: Polizei vermutet Mord an Ehefrau des CEO

Die australische Polizei geht drei Monate nach dem Verschwinden der Ehefrau von John Bigatton, dem ehemaligen Geschäftsführer von Bitconnect, von einem Mord aus. Man hat die Ermittlungen intensiviert, um eine mögliche Erpressung oder andere monetäre Hintergründe des Verschwindens aufzudecken. Unter anderem bemühen sich die Ermittler auch darum, das Geschäftsmodell des Unternehmens zu durchleuchten. Die zweifache […]