Australien: Bitcoin-Mining mit Kohlestrom

Tanja Giese

von Tanja Giese

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Tanja Giese

Tanja Giese hat Germanistik, Literaturwissenschaft und Philosophie in Potsdam studiert. Mit Leidenschaft lektoriert sie die BTC-ECHO-Artikel und konzentriert sich in ihren eigenen Artikeln vor allem auf die gesellschaftlichen Auswirkungen und den Umgang der Politik mit den Veränderungen, die der Vormarsch der Kryptowährungen fordert.

Quelle: Gold bitcoin coin lies on coal. Mining bitcoins. Energy for mining cryptocurrency. via Shutterstock

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Wer Bitcoin minen will, braucht aufgrund des hohen erforderlichen Verbrauchs einen guten Stromtarif. Daher stehen Mining-Farmen in der Regel in Ländern, die generell vergleichsweise günstigen Strom anbieten. Australien gehörte bislang nicht dazu. Nun soll dort ein kohlebetriebener „Mining-Komplex“ errichtet werden.

Die Tochtergesellschaft der in Sydney ansässigen IOT Group, IOT Blockchain, hat einen vorläufigen Vertrag mit der Royalti Blockchain Group unterzeichnet. Die Royalti Blockchain Group ist ein lizensierter Partner des australischen Mining-Hardware-Herstellers Bitfury. Im Zuge dieses Vorvertrags darf IOT Blockchain nun deren Produkte für die geplante Mining-Farm nutzen. Der Vertrag ist vorerst eine vorläufige Vereinbarung, sollte es aber zu einem Abschluss des Deals kommen, will IOT Blockchain in diesem Zuge einen „Blockchain-Anwendungskomplex“ errichten.

Billiger Kohlestrom gegen Bitcoin?


Aufgrund der hohen Stromkosten soll der „Komplex“ ein stillgelegtes Kohlekraftwerk 120 Meile nördlich von Sydney nutzen. Das Kraftwerk wurde 2001 erbaut und hat seinen Betrieb vor vier Jahren eingestellt. Sollte der geplante Deal zwischen IOT Blockchain und der Royalti Blockchain Group zustande kommen, könnte es wieder 20 Megawatt zu einem Preis von 11 Cent pro KWh erzeugen. Im Vergleich zu regulären Endverbraucherpreisen von 30 bis 45 Cent pro KWh, handelt es sich hier in jedem Fall um ein Schnäppchen.

Ob der Vertrag endgültig abschlossen werden kann, ist von mehreren Faktoren abhängig. So erklärte IOT Blockchain in der Ankündigung auf der ASX (Australian Securities Exchange):

„Anleger sollten beachten, dass die Absichtserklärung vorbehaltlich und abhängig von der Erfüllung oder dem Verzicht bestimmter Bedingungen ist, einschließlich der Fertigstellung des geplanten Erwerbs von Rechten, Titeln und Beteiligungen an dem Redbank-Kohlekraftwerk durch Hunter Energy zur absoluten Zufriedenheit von IOT … Wenn Hunter seine Akquisition nicht abschließt […] oder wenn unter der Absichtserklärung keine Konkurrenz auftritt […] wird die Transaktion […] nicht fortgesetzt.“

„Silicon Outback“

IOT hat große Pläne. Mit Ihrem „Blockchain-Anwendungskomplex“ wollen Sie die Türen für viele Unternehmen öffnen, die Australien als Mining-Standort bislang wegen der zu hohen Stromkosten gemieden haben. So erklärte Sean Neylon, der Geschäftsführer der IOT Group, in einem Interview mit dem The Sydney Morning Herald:

„Bei diesen aktuellen Preisen bietet ein Blockchain-Anwendungszentrum jenseits des öffentlichen Netzes eine günstigere Leistung. Es bietet das Potenzial, ein neues Silicon Valley in Australien zu schaffen.“

Unabhängig von den reinen Stromkosten ist vielen der Aspekt der Umweltbelastungen bei solchen Projekten ein Dorn im Auge. Der Stromlieferant Hunter Energy versucht jedoch zu beschwichtigen. So erforsche man nebenbei auch die Möglichkeiten von Solarenergie.

BTC-ECHO

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