Anti-Geldwäscherichtlinien: Kanadische Behörden schärfen Vorschriften für Bitcoin-Börsen
Anti-Geldwäscherichtlinien, Anti-Geldwäscherichtlinien: Kanadische Behörden schärfen Vorschriften für Bitcoin-Börsen

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Anti-Geldwäscherichtlinien: Kanadische Behörden schärfen Vorschriften für Bitcoin-Börsen

Kanada schärft seine Anti-Geldwäscherichtlinien. Künftig gelten Bitcoin-Börsen im Land als Dienstleister für Geldgeschäfte und unterliegen damit strikten Know-Your-Customer-Auflagen. Mit den neuen Regeln setzen die kanadischen Behörden die jüngsten Beschlüsse der Financial Action Task Force um. Das internationale Gremium zur Bekämpfung von Geldwäsche hatte die strengeren Vorschriften gegenüber Kryptowährungen für seine Mitglieder im Juni auf den Weg gebracht.

Nicht weniger als 46,7 Milliarden kanadische Dollar (rund 42 Milliarden Euro) sollen Berichten zufolge jedes Jahr ihren Weg an der Steuer vorbei in den Wirtschaftskreislauf Kanadas finden. Ein Großteil des oft illegal erwirtschafteten Schwarzgeldes soll dabei über Immobiliengeschäfte ins Land fließen. Doch auch Kryptowährungen sollen vor allem von Seiten des organisierten Verbrechens immer wieder genutzt werden, um Gelder steuerfrei von A nach B zu befördern.

Auf diesen alten Verdacht antworten die kanadischen Behörden nun und schärfen ihre Vorschriften für Krypto-Unternehmen. An diesem Mittwoch, den 10. Juli veröffentlichte die Regierung in Ottawa die jüngsten Änderungen der geltenden Anti-Geldwäscherichtlinien in der Canada Gazette, dem offiziellen Regierungsmedium des Landes. Die neuen Vorschriften hatte das zuständige Finanzministerium Ende Juni auf den Weg gebracht.

Während die Änderungen nun darauf zielen, eine ganze Reihe von Gesetzeslücken im traditionellen Finanzbereich abzudecken, sehen die Behörden allen voran strengere Regeln für Krypto-Plattformen wie Bitcoin-Börsen und Wallet-Betreiber vor.



Künftig sollen sowohl kanadische als auch ausländische Börsen, die ihre Dienste im Land anbieten, vor dem Gesetz als Dienstleister für Geldgeschäfte gelten. Damit müssen sich die Unternehmen künftig bei der zuständigen Untersuchungsbehörde für Finanzgeschäfte FINTRAC registrieren. Zudem sind sie verpflichtet, strikte Know-Your-Customer- und Verwaltungsstandards einzuführen sowie deren Einhaltung gegenüber den Behörden zu garantieren.

Dabei müssen Börsen künftig jede Transaktion ab einem Wert von 10.000 kanadischen Dollar [rund 6.800 Euro] zusammen mit Kunden- und Überweisungsdaten an die Behörde melden, damit diese eventuelle Verdachtsfälle frühzeitig ausräumen kann.

Kanada setzt FATF-Richtlinien um

Von Seiten der Regierung heißt es, man ziele mit den jüngsten Vorgaben nicht darauf ab, Kryptowährungen an sich zu regulieren. Vielmehr gehe es darum, deren kriminelle Nutzung zu bekämpfen. Innovation hingegen wolle man „nicht übermäßig einschränken“.



Bis zum 1. Juni des kommenden Jahres haben Börsen- und Wallet-Betreiber nun Zeit, sich auf die neuen Regeln einzustellen. Dann treten die Richtlinien landesweit in Kraft.

Mit dem Gesetzesupdate setzen die kanadischen Behörden die jüngsten Anti-Geldwäscherichtlinien der Financial Action Task Force (FATF) um. Das internationale Gremium für die Bekämpfung von Geldwäsche hatte die strengeren Vorschriften im Juni auf den Weg gebracht. Nun liegt es an den 35 Mitgliedern des Arbeitskreises, zu dem auch die EU-Kommission gehört, diese umzusetzen.

Ausgemachtes Ziel der Richtlinien soll es dabei sein, das Terror- und Kriminalitätspotential von Kryptowährungen zu bekämpfen. Aufgrund ihrer vermeintlichen Anonymität haften ebensolche Bedenken Kryptowährungen seit jeher an und treiben Gesetzgeber weltweit um.

Doch nicht nur die Nutzer von Börsendiensten wecken immer wieder den Verdacht der Behörden. Auch deren Betreiber locken Ermittler immer wieder auf den Plan. In den vergangenen Monaten hatte in diesem Zuge vor allem das Aus des kanadischen Handelsplatzes QuadrigaCX für Schlagzeilen gesorgt. Deren Geschäftsführer soll im Ausland ums Leben gekommen sein und den Zugang zu den Millioneneinlagen seiner Kunden mit ins Grab genommen haben. Beobachter gehen derweil von einem mutmaßlichen Exit-Scam aus.

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