Anonymität von Monero in Gefahr?

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

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Gemäß eines neuen Fachartikels sollen Transaktionen bei Monero miteinander verknüpfbar sein. Die XMR-Community hat bereits darauf geantwortet.

Monero wurde hier schon des Öfteren mit Artikeln geehrt: Es handelt sich dabei um eine Kryptowährung, die einen besonderen Fokus auf Privatsphäre legt. Konkret wird auf die Fungibilität Wert gelegt; die Geschichte eines einzelnen Coins soll nicht nachverfolgbar sein.


Ein jüngst erschienener Fachartikel von Andrew Miller, Malte Moser, Kevin Lee und Arvind Narayanan meint nun, dass dies nicht der Fall sei: Eine tiefgreifende Analyse des Papers soll zumindest für Transaktionen, die vor 2017 getätigt wurden, das Gegenteil beweisen.

Im Fachartikel werden zwei bedenkliche Eigenschaften von Monero dargestellt:

  • Im Monero Client kann der Nutzer festlegen, wie hoch die Anzahl der Mixins (d.h. die Anzahl der zusätzlich genutzten Ring-Signaturen) ist. Diese Zahl soll in vielen Fällen null sein – was nicht weniger bedeuten soll als dass diese Transaktionen verfolgbar sind. Mehr noch: Das Vorhandensein derartig verfolgbarer Coins in einer neuen Transaktion soll selbst bei Nutzung von Mixins diese neue Transaktion auch nachverfolgbar gestalten.
  • Das Mixin selbst ist gemäß dem Papers unglücklich gewählt – so sollen die falschen Ring-Signaturen von der echten durchaus unterscheidbar sein.

Da alle Theorie grau ist haben die Autoren das Problem konkret dargestellt: Auf einer Webseite MoneroLink lässt sich das Gesagte für Transaktionen vor 2017 überprüfen.

Zu Betonen ist, dass Andrew Miller im Advisory Board von ZCash sitzt – einer weiteren Kryptowährung, die einen Fokus auf Anonymität legt. Auf die damit verbundenen Vorwürfe betont Andrew Miller, dass die kritisierten Punkte von jedem überprüfbar seien, so dass sich jeder ein Bild machen kann, ob es sich hier um eine Attacke seitens ZCash oder tatsächliche Missstände handelt.

Antwort der Monero-Community – Alles alter Kaffee?

Natürlich hat sich zu diesen Vorwürfen die Community hinter Monero geäußert. Viele der Äußerungen waren emotionaler Natur, viele haben, wie angedeutet, darauf hingewiesen, dass der Lead Author für ZCash arbeitet und dementsprechend parteiisch sei – aber es wurde auch darauf hingewiesen, dass entsprechende Probleme durchaus bekannt seien.

Im Github Issue #1673 vom 4. Februar 2017 wird auf die geringe Anzahl der Mixins hingewiesen. In einer Hard Fork im September 2017 soll die Mindestanzahl der Mixins auf vier erhöht werden, das zitierte Issue strebt sogar sechs Mixins an.

Gemäß den Äußerungen von Riccardo Spagni aka FluffyPony, der bekanntesten Person im Core Team von Monero, sollen 80% der Transaktionen eben nicht nachverfolgbar sein. Für die übrigen 20% wird an einer Lösung gearbeitet, wie auch an der anvisierten Hard Fork sichtbar ist.

BTC-ECHO wird über weitere Entwicklungen bezüglich Monero berichten. Aktuell sei auf das Originalpaper, die Seite Monero Link und die Diskussion in der Monero-Community verwiesen.

BTC-ECHO

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