Angebliche Opfer von Bitcoin Scams fordern 10 Milliarden Euro von der EU

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Quelle: Shutterstock

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30 Klägerinnen und Kläger haben einen Anwalt damit beauftragt, von der EU die Einrichtung eines Fonds für Geschädigte von Krypto-Scams einzurichten. Für einen Gesamtverlust von 15 Millionen Euro möchten sie mit 10 Milliarden Euro kompensiert werden.

Die größte illegitime Übertragung von Vermögen seit der Nazizeit – so bezeichnet der Anwalt Jonathan Levy den Schaden, der in den vergangenen Jahren durch Krypto-Scams entstanden ist. Levy vertritt 30 Klägerinnen und Kläger, die nach eigenen Angaben durch „kryptowährungsbezogene Verbrechen“ einen Verlust von insgesamt über 16,8 Millionen US-Dollar (knapp 15 Millionen Euro) erlitten haben. Nun verlangen sie von der Europäischen Union die Einrichtung eines Opfer-Fonds in Höhe von 11,2 Milliarden US-Dollar (rund 10 Milliarden Euro). Das geht es aus einer Pressemitteilung hervor, die zunächst der australischen Krypto-Newsseite micky.com.au vorgelegen wurde.


EU-Fonds für Bitcoin-Scam-Opfer

Das Geld zur Befüllung des Fonds soll die EU dabei gleich an mehreren Stellen eintreiben. Zum einen seien Bitcoin-Netzwerkknoten (Nodes) in die Pflicht zu nehmen. Das Narrativ der Dezentralisierung bedeute nicht, dass Kryptowährungen vor dem langen Arm des Gesetztes gefeit seien, meint Levy. Jede Node trage nach Auffassung des Juristen die Verantwortung für das gesamte Netzwerk. Da sich die Mehrzahl der Bitcoin Nodes in der Europäischen Union befinden, unterstehen sie der EU-Gerichtsbarkeit, so Levy weiter.

Auch Facebook in der Schusslinie

Neben den Nodes sollen auch die Betreiber von Bitcoin-Anonymisierungsdiensten (sogenannten Bitcoin Mixern) sowie der Facebook-Konzern für den Bitcoin-Fonds geschröpft werden. Levy sieht Facebook in der Verantwortung, weil auf der Plattform auch betrügerische Krypto-Werbeanzeigen geschalten worden seien – zumindest, bis zum (mittlerweile wieder gelockerten) Krypto-Werbeverbot auf Facebook.

Die Einrichtung eines Fonds sei notwendig, weil die Drahtzieher der Scams ihre Spuren größtenteils verwischt hätten:

Die meisten Opfer können nur auf eine Entschädigung aus einem Gesamtfonds hoffen; die Kriminellen sind anonym und gut versteckt, sie benutzen Domain-Proxys, gefälschte und gestohlene Identitäten, Offshore-Konten und Bitcoin Mixing, um sich vor der Justiz zu verstecken.

Laut der Pressemitteilung richtete Levy das Gesuch an die EU-Kommissarin für Justiz und Verbraucherschutz, Věra Jourová. Mit konkreten Details zu den Betrügereien, denen seine Klienten erlegen sein sollen, hält sich Levy zurück. Er wolle damit warten, bis die Kommission den Erhalt seines Briefes bestätigt hat.


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