Altcoin-Marktanalyse KW20 – Rebound nach Kurssturz

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen.

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Das gesamte Marktkapital ist auf 329 Milliarden Euro gefallen. Entsprechend mussten alle Kryptowährungen der Top 10 Kursverluste verkraften, jedoch ist eine leichte Erholung erkennbar. 

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Dargestellt ist die Kursentwicklung der zehn Kryptowährungen mit dem höchsten Marktkapital, welches in Milliarden Euro angegeben ist. Für Kryptowährungen, die aktuell nicht direkt in Euro tauschbar sind, wurde das jeweilige Handelspaar mit US-Dollar als Basis genommen und in Euro umgerechnet.

Das Ende der letzten Woche war durch den Kursfall vieler Kryptowährungen geprägt. Ob die Untersuchung der Börse Upbit für diesen Kurssturz verantwortlich war oder nicht: Bekannt ist, dass der Markt gerne und schnell auf FUD reagiert. Jedenfalls sind die Kryptowährungen innerhalb der Top 10 um durchschnittlich 13 Prozent gefallen. Bitcoin selbst ist um 10 Prozent gefallen, was in Kryptomärkten eher im Bereich des Rauschens liegt.

Das Gros der Kurse zeigt ein  ähnliches Verhalten: Am 12. Mai fiel der Kurs auf ein Monatsminimum, testete dabei eine wichtige Supportlinie und konnte wieder ansteigen. In der Hinsicht sieht alles nach einem Rebound nach dem jüngsten Kursfall aus.

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Das Marktkapital ist von 366 Milliarden Euro auf 329 Milliarden Euro gefallen.

An der Struktur der Top 10 hat sich nichts getan.

Wie in der letzten Woche sollte man nicht ohne Weiteres eine Long Position einnehmen, sondern größtenteils ein etwaiges Überwinden der Resistances beziehungsweise ein Abprallen am Support abwarten. Analog sollte man bezüglich einer Short Position auf ein Durchbrechen des Supports oder einem Abprallen an einer Resistance abwarten.

Beste Kursentwicklung: Ethereum (ETH)

Auch wenn der Ethereum-Kurs seit dem 6. Mai fällt, verhält er sich weiterhin „gemäß Plan“: Zwar wurde der in der letzten Woche angegebene zweite Support sogar unterboten, jedoch konnte der Kurs an einer dritten Supportlinie abprallen. Entsprechend bleibt die Hoffnung bestehen, dass sich hier ein Handle eines zweiten größeren Cup-and-Handle-Patterns bildet. Im Vergleich zu den anderen Kryptowährungen der Top 10 ist der Ethereum-Kurs „nur“ um knapp 4 Prozent gefallen.

Der negative, jedoch steigende MACD und der RSI bei 50 sprechen gemeinsam mit Kurs und Trend eine neutrale Sprache. Vor dem Setzen einer Long Position sollte man jedoch auf ein Durchbrechen der Resistance bei 643,92 Euro beziehungsweise einen Bounce am Support bei 537,62 Euro abwarten. Die Resistance ist durch das temporäre Maximum vom 10. Mai definiert, die Supportlinie durch den Anfang März, Ende April und am 1. sowie am 12. Mai beschrieben.

Schlechteste Kursentwicklung: EOS

Nach der EOS-Rallye Ende April musste mal eine Verschnaufpause kommen! Nachdem sich der EOS-Kurs Anfang Mai in einem Triangle Pattern seitwärts bewegte, fiel er am 11. Mai unter die exponentiellen gleitenden Mittelwerte EMA50 und EMA100 und auf das Plateau zurück. Dieses durchlief der Kurs zwischen dem 24. und 26. April. Dabei musste er insgesamt 20 Prozent Kurseinbußen verkraften.

Ein negativer, aber leicht steigender MACD sowie ein RSI bei 36 bestätigen den Abwärtstrend und führen insgesamt zu einem eher bearishen Eindruck. Entsprechend sollte man lieber ein Ansteigen über die Resistance bei 13,07 Euro oder einen Bounce beim Support bei 10,30 Euro abwarten und dann eine Long Position eröffnen. Wer shorten will, sollte damit warten, bis der Kurs unter den genannten Support fällt. Der Support ist dabei durch das Minimum der letzten Woche beschrieben, während die Resistance auf der Höhe von EMA50 und EMA100 liegt.

Stabilität der Top 10

Auch wenn die Rallye von Bitcoin Cash vorbei ist, beträgt der Abstand zwischen Ripple und Bitcoin Cash immer noch nur 19 Prozent. Zwischen Litecoin und Cardano liegen nur 10 Prozent. Stellar und Cardano liefern sich ein regelrechtes Kopf-an-Kopf-Rennen und sind nur um 6 Prozent getrennt. IOTA und Tron trennen schließlich wie in der letzten Woche nur 11 Prozent.

Auch NEO ist noch nicht aus dem Rennen: Lediglich 11 Prozent liegen zwischen NEO und Tron.

Die „hinteren Plätze“ sind also weiterhin stark umkämpft, wenn der Abstand auch nicht so knapp wie in der letzten Woche ist.

Gewinner und Verlierer im Kurssturz

Durchschnittlich sind alle Kryptowährungen um zehn Prozent gefallen. Das Gros der Kryptowährungen hat damit ungefähr so gut oder schlecht wie Bitcoin performt. Für die Top 100 sieht die Situation besser aus: Hier sind die Kurse um durchschnittlich 6 Prozent gefallen.

Der Token des Kik-Messenger KIN konnte seinen Kurs fast verdoppeln. Das Announcement, auf Basis von Stellar eine eigene gebührenfreie Kryptowährung aus der Taufe zu heben, schien viele gefreut zu haben. Doch auch Bytecoin und Dentacoin konnten Kursanstiege über 50 Prozent vorweisen. Im Fall von Bytecoin ist das primär auf das Listing auf Binance zurückzuführen. Verlierer der Woche sind Ethereum Classic, DigixDAO und Waykichain, deren Kurse um ungefähr ein Viertel gefallen sind.

Insgesamt weisen 58 Prozent der Kryptowährungen innerhalb der Top 100 eine schlechtere Performance als Bitcoin auf. Der Marktanteil von Bitcoin blieb entsprechend fast konstant und beträgt nun 36,6 Prozent.

Disclaimer: Die auf dieser Seite dargestellten Kursschätzungen stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind lediglich eine Einschätzung des Analysten.

BTC-ECHO

Tabellendaten auf Basis von coinmarketcap.com

Chartbilder auf Basis der Daten von kraken.com beziehungsweise bitfinex.com.


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