Altcoin-Marktanalyse – Altcoins weiter schwach, Dominanz von Bitcoin bei 65 Prozent

Stefan Lübeck

von Stefan Lübeck

Am · Lesezeit: 7 Minuten

Stefan Lübeck

Stefan Lübeck arbeitet als freiberuflicher Analyst für BTC-ECHO. Stefan ist seit über einem Jahrzehnt Trader und Chartanalyst am klassischen Markt und weiterte seine Analysen Mitte 2017 auf den Kryptomarkt aus. Der studierte Soziologe kann somit auf eine langjährige Erfahrung im Bereich der charttechnischen Analyse zurückgreifen, welche er als aktiver Daytrader für sich nutzt.

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Quelle: Shutterstock

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Die gesamte Marktkapitalisierung stieg zu Beginn der letzten Woche auf ein neues Jahreshoch von 388 Millarden US-Dollar an, bevor der Gesamtmarkt zum Ende der Woche auf 315 Milliarden US-Dollar korrigierte. Die Dominanz des Bitcoins (BTC) erhöhte sich durch den starken Anstieg in den letzten Tagen auf 65 Prozent.

Alle Top 10 der Altcoins müssen trotz einer starken Performance zu Beginn der Woche auf Wochensicht zweistellige Verluste verkraften. Während der Bitcoin-Kurs im Wochenvergleich noch zwei Prozent zulegen kann, musste der Ethereum-Kurs ein Minus von vier Prozent verkraften. Und das trotz einem Wochen-Maximum von 363 US-Dollar. Auch die anderen Top-10-Altcoins müssen nach einem starken Wochenstart Verluste zwischen neun Prozent (Litecoin) bis hin zu 20 Prozent (EOS) hinnehmen. Es zeigt sich weiterhin, dass die Altcoins nach wie vor stark mit der Performance der Leitwährung Bitcoin korrelieren. Insbesondere die ALT/BTC-Paare mussten in der abgelaufenen Woche weiter Federn lassen und weisen mehrheitlich neue Allzeittiefs auf.

Auch wenn die Marktkapitalisierung vom Wochenhoch gute 70 Milliarden US-Dollar korrigierte und die Wochengewinne komplett wieder abbaute, zeigt sich insgesamt ein positives Bild. Eine Konsolidierung bis in den Bereich um 280 Millarden US-Dollar muss eingeplant werden. Erst der Bruch dieser Marke ist jedoch bearish zu werten.

Die bullishe Entwicklung der Gesamtkapitalisierung des Krypto-Markts ist vorerst intakt. Die psychologisch wichtige Marke von 300 Milliarden US-Dollar hat zum Ende der Woche gehalten, spätestens im Bereich des 61-Prozent-Fibonacci-Retracement-Level bei 280 Millarden US-Dollar bestehen neue Anstiegschancen in Richtung des alten Hochs aus dem April 2018 bei 440 Millarden US-Dollar. Von großer Relevanz zur Erreichung dieser Marke ist wie immer die Wochenperformance der Altcoins.


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Die Kursentwicklungen bei den Top-10-Coins bestätigen ihren positiven Ausblick der letzten Wochen dementsprechend nicht. Zum Wochenschluss müssen alle Top-Coins stärkere Kursrückgänge hinnehmen. Neben Ethereum, welches sich insgesamt noch am stärksten gegen die laufende Konsolidierung stemmt, haben auch alle anderen Top-10-Altcoins zum Wochenschluss Federn lassen müssen. Neben dem Wochenverlierer EOS verzeichnen mit Bitcoin Cash, Bitcoin SV und Ripple insbesondere die Gewinner der vorausgegangenen Woche dieses Mal starke Kursverluste.

Beste Kursentwicklung: Ethereum (ETH)

Nachdem der Widerstand bei 320 US-Dollar zum Wochenbeginn überwunden wurde, schaffte es der Ether-Kurs beinahe, sein aktiviertes Kursziel im Bereich des 38-Prozent-Fibonacci-Retracement-Levels und der angesprochenen Supply/Demand-Zone abzuarbeiten. Das Wochenhoch von 363 US-Dollar konnte jedoch nur kurz gehalten werden, bevor der Kurs im Zuge der Konsolidierung des Gesamtmarkts erneut unter die 300 US-Dollar absackte. Halt fand der Kurs erst am Supertrend bei 275 US-Dollar, was auch das Wochentief markierte. Solange sich der Preis von Ethereum oberhalb des 23-Prozent-Fibonacci-Retracement-Levels bei 262 US-Dollar, besser sogar oberhalb des Wochentiefs behaupten kann, bestehen Anstiegschancen bis ungefähr 370 US-Dollar.

Der RSI wie auch der MACD-Indikator liefern momentan gemischte Signale. Auf Tagesbasis zeigen sich bei beiden Indikatoren nun erste bearishe Tendenzen. Der RSI hat im Tageschart kurz den Wert von 75 berührt, prallte dort aber ab und befindet sich mit einem Wert von 54 nun wieder in der neutralen Zone. Im Wochenchart hat der RSI hingegen noch Luft nach oben. Auch der MACD-Indikator schwächelt auf Tagesbasis, aus Wochensicht besteht jedoch ebenfalls noch Platz nach oben. Die Bollinger-Bänder laufen mit dem Kurs momentan tendenziell seitwärts, was auf einen Übergang in eine Seitwärtsphase hindeutet. Das in der letzten Woche angesprochene Long-Setup mit einer Kaufzone zwischen 295 und 289 US-Dollar hat vorerst weiter Bestand. Den Stop-Loss sollte man jedoch wegen der starken Korrektur am Wochenende auf den Einstandskurs anpassen, um mögliche Verluste auszuschließen und das Risiko einer andauernden Kurskorrektur zu minimieren.

Ein Bruch des Wochentiefs bei 275 US-Dollar könnte den Kurs bis in Richtung der horizontalen Unterstützungsbereichs bei ungefähr 225 US-Dollar konsolidieren lassen. Ein kurzfristiger Shorttrade für risikoaffine Trader wäre somit bei Bruch der 275 US-Dollar mit dem Ziel der 225 US-Dollar möglich. Sollte der Bereich um 225 US-Dollar nicht halten, wäre die Aufwärtstrendlinie samt Kursziel von 195 US-Dollar aktiviert.

Schlechteste Kursentwicklung: EOS (EOS)

Der EOS-Kurs konnte im Mai 2019 eine knappe Kursverdoppelung bis zu einem Preis von 8,60 US-Dollar verzeichnen. Leider schaffte es der Kurs im Juni nicht, dieses Niveau nochmals anzugreifen. Versuchte EOS zum Wochenbeginn noch den Supertrend im Tageschart bei 7,60 US-Dollar zu überwinden, fiel der Preis im Zuge der gesamten Marktkonsolidierung stark ab. Zum Wochenschluss notierte er mit einem Abschlag von knapp 20 Prozent in der Nähe des Wochentiefs bei 5,86 US-Dollar. Momentan gibt die Aufwärtstrendlinie noch Halt, sollte diese Unterstützung brechen, muss jedoch mit einem weiteren Kursabfall bis zum exponentiellen gleitenden Mittelwert der letzten 200 Tage bei 5,38 US-Dollar gerechnet werden.

Sollte diese Unterstützung ebenfalls nicht halten, ist gar ein Rücksetzer bis zur Demand-Zone bei 4,40 US-Dollar vorstellbar. Verglichen mit den anderen Top-10-Coins ist EOS mit diesem schwachen Kursverlauf aktuell ein klarer Underperformer. Solange sich der Kurs aber oberhalb der Aufwärtstrendlinie behaupten kann, ist ein erneuter Anstieg bis zum übergeordneten 23-Prozent-Fibonacci-Retracement-Level bei 6,64 US-Dollar, wo auch das mittlere Bollinger Band aus dem Tageschart verläuft, vorstellbar. Die Indikatoren zeigen jedoch eine eher bearishe Tendenz. Der MACD-Indikator hat einen fallenden Charakter und sehr wohl Platz nach unten.

Der RSI hingegen weist zwar erste bearishe Divergenzen auf und deutet auf einen überverkauft Zustand auf Tagesbasis hin, insgesamt überwiegt aber das eher bearishe Gesamtbild, wenn man auf den schwachen RSI auf Wochenbasis schaut. Wie angesprochen stützt die Aufwärtstrendlinie momentan den Kurs. Ein Bruch des Wochentiefs bei 5,66 US-Dollar aktiviert jedoch die angeführten Kursziele im Bereich von 5,40 US-Dollar und 4,40 US-Dollar. Dieses Ausbruchsszenario nach unten kann somit sehr schön mit einem Short-Setup und Verkauf bei Tagesschlusskurs unterhalb der Wochentiefs (siehe Chart) getradet werden. Ein Stop-Loss knapp oberhalb der 6,40 US-Dollar bietet sich an.

Stabilität der Top 10

Nach einem ordentlichen Wochenanfang im Zuge des Bitcoin-Anstieges gen 61-Prozent-Fibonacci-Retracement-Level bei ungefähr 13.600 US-Dollar, fiel die Marktkapitalisierung der Top-Coins zum Wochenende mit einem Abschlag von durchschnittlich 15 Prozent wieder stark zurück. Die Platzierungen der Top-10-Altcoins änderten sich dabei diese Woche nur geringfügig. Einzig Cardano überholte Stellar und steht nun wieder auf Platz 9.

Gewinner und Verlierer der Woche

Die positive Entwicklung der Top-100-Coins innerhalb der letzten Wochen wurde nicht fortgesetzt. Die Mehrheit der Altcoins hatte Kursabschläge zu verzeichnen. Die negative Situation bei den ALT/BTC-Charts mit der im Raum stehenden Kapitulation haben sich weiter zugespitzt. Weiterhin sehen viele Altcoins gegenüber dem Bitcoin-Kurs schwach aus. Knappe 65 Prozent der Top 100 Coins notieren zum Wochenschluss unterhalb des Vorwochenkurses.

In einem schwachen Marktumfeld kann diese Woche insbesondere Chainlink mit einem zwischenzeitlichen Kursplus von über 140 Prozent überzeugen. Damit notiert er seit längerer Zeit erstmalig wieder unter den Top 20. Der bereits in den letzten Wochen stark performende Egretia Coin gehört mit einem Wochenplus von 81 Prozent erneut zu den Wochengewinnern. Unter den Verlierern der Woche sind diesmal neben dem „Zahncoin“ Dent auch einige große Projekte wie Moneround Tezos mit Abschlägen von über 20 Prozent zu finden. Die mehrheitlich negative Kursentwicklung der Top-100-Altcoins diese Woche ist dabei wohl primär dem astronomischen Anstieg der letzten Zeit geschuldet.

Die Bitcoin-Dominanz hat zu Wochenbeginn die Schlüsselmarke bei 65 Prozent angelaufen und inzwischen wieder leicht zurückgezogen. Eine nachhaltige Umschichtung von Bitcoin in die Altcoins ist weiterhin nicht zu verzeichnen. Anstiege in Altcoins finden wie in den letzten Wochen auch, allenfalls selektiv statt. Wie bereits in der letzten Woche vermutet, kam es diese Woche auf breiter Front zu Gewinnmitnahmen bei den Altcoins. Erneut heißt es, Ruhe zu bewahren und auf eine mögliche nachhaltige Trendumkehr bei den Altcoins zu warten. Hier gilt es, zu schauen, inwiefern Bitcoin sein Wochentief bei ungefähr 10.400 US-Dollar verteidigen kann. Das sollte auch den Altcoins Halt geben.

Disclaimer: Die auf dieser Seite dargestellten Kursschätzungen stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind lediglich eine Einschätzung des Analysten.

Die Chartbilder wurden mithilfe von TradingView erstellt. Betrachtet werden die Wertepaare ETH/USD und EOS/USD auf bitfinex.com

USD/EUR-Kurs zum Redaktionsschluss: 0,88 Euro.


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