Adieu, Bitcoin ETF? Das Regulierungs-ECHO KW4

Christopher Klee

von Christopher Klee

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Die Genehmigung eines Bitcoin ETF ist mit dem vorläufigen Rückzug der CBOE in weite(re) Ferne gerückt. Dafür liegt dem Senat in Wyoming ein Gesetzentwurf vor, der eine Anerkennung von Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel vorsieht. In Japan gibt es einen neuen Mitspieler im regulatorischen Sandkasten, während die deutsche BaFin zwei automatisierte Bitcoin Trader heftig kritisiert. Das Regulierungs-ECHO der vierten Kalenderwoche. 

Hodler, die sich auf die baldige Einführung eines US-amerikanischen Bitcoin ETF gefreut haben, müssen diese Hoffnung vorerst auf Eis legen. Denn der Bitcoin-ETF-Antrag aus dem Hause CBOE beziehungsweise SolidX beziehungsweise VanEck wurde von der CBOE fürs Erste zurückgezogen. CBOE begründete diesen Schritt unter anderem mit dem anhaltenden Shutdown der US-amerikanischen Regierung, der auch Teile der Börsen- und Wertpapieraufsichtsbehörde SEC lahm legt. Immerhin: CBOE will nach Beendigung des Shutdowns ihre Gespräche mit der Behörde wieder aufnehmen. When ETF? Not anytime soon.

Großbritannien: FCA lädt ein zur Krypto-Konsultation

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Das Kreuz mit der Bitcoin-Reglierung ist auch im Noch-EU-Mitgliedstaat Großbritannien ein Thema. Die Finanzaufsichtsbehörde FCA hat einen Vorschlag für ein regulatorisches Rahmenwerk veröffentlicht, indem sich eine Regulierung der digitalen Währungen bewegen könnte. Dass es hier noch in zahlreichen Punkten Klärungsbedarf gibt, ist auch der FCA bewusst. Deshalb verbindet die Behörde die Veröffentlichung der Regulierungsrichtlinien mit dem Aufruf an Bürger und Unternehmen, ihre Einschätzungen zum vorgelegten Regelwerk zu geben. Die Deadline für das Einreichen der Anmerkungen bildet der 5. April 2019.

Wyoming: BTC bald auf Augenhöhe mit US-Dollar?

Keine Sonderbehandlung, sondern die Anerkennung des BTC als gesetzliches Zahlungsmittel – auf Augenhöhe mit dem US-Dollar. So lautet die Kernforderung eines Gesetzesentwurfs, der dem Senat des US-Bundestaats Wyoming vorliegt. Die Gleichbehandlung mit dem US-Dollar hätte weitreichende Konsequenzen für Bitcoin. Zum Beispiel dürften Wyominger Banken dann in allen 50 US-Bundesstaaten Depot-Dienstleistungen für BTC anbieten.

Ferner enthält der Gesetzentwurf den Vorschlag, die Klassifikationen „Digital Consumer Asset“ (aka Utility Token), Digital Security (aka Security Token) sowie Virtual Currency (aka Tauschmittel, Recheneinheit, Wertspeicher) einzuführen. Nicht zuletzt könnten dann unter anderem komplett durchregulierte ICOs bzw. STOs durchgeführt werden. Tut sich da etwa eine Shitcoin-Dämmerung am Horizont auf?

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Japan: Liquid Bitcoin im Sandkasten

Im Land der aufgehenden Sonne lässt unterdessen ein neuer Player die Förmchen im regulatorischen Sandkasten kreisen. „Crypto Garage“ hat von der japanischen Finanzaufsicht FSA die Erlaubnis erhalten, sich im 2017 gegründeten „FinTech Proof-of-Concept Hub“ auszuprobieren. Crypto Garage will dort mit SETTLENET eine blockchainbasierte Settlement-Plattform erproben. Dabei kommt unter anderem die Liquid Bitcoin Sidechain von Blockstream zum Einsatz. Das Pilotprojekt darf sich nun ein Jahr lang im regulatorischen Laufstall tummeln, interessierte Bitcoin-Börsen dürfen das SETTLENET solange kostenlos in Anspruch nehmen.

Arabische Halbinsel: Banken erproben zentralisierte Kryptowährung

Im etwas näheren Osten liebäugeln Saudi Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate offenbar mit der Einführung einer gemeinsamen staatlichen Kryptowährung. Entsprechendes meldete die Nachrichtenagentur der Vereinigten Arabischen Emirate am 19. Januar. Es sieht bislang allerdings nicht danach aus, als würde das Experiment von Geschäfts- und Zentralbanken spürbare Auswirkungen auf das finanzielle Leben der Bewohner der arabischen Halbinsel haben. Schließlich liegt es zentralisierten Institutionen grundsätzlich fern, die emanzipatorischen Möglichkeiten der Distributed Ledger Technology auszuschöpfen.

Davos: Weniger Bitcoin-Hype als 2018

Die Straßen im schweizerischen Davos blieben dieses Jahr anlässlich des Weltwirtschaftsforums von Bitcoin- und Blockchain-Schriftzügen verschont. Dieser Umstand korrespondiert mit der Tatsache, dass Krypto-Themen in diesem Jahr nur am Rande besprochen wurden. Immerhin gelang es einigen Blockchain-Underdogs, sich in Davos zu profilieren. Daneben gab es Beistand von ungewohnter Seite. JPMorgans-Chef Jamie Dimon stellte klar, dass er trotz seiner Krypto-Kritik im vergangenen Jahr die kurstechnische Talfahrt von Bitcoin & Co. „keine Befriedung“ verspüren lässt.

BaFin: Absage an Bitcoin TradeRobot

Ähnliches dürfte auch für die Anbieter von Bitcoin TradeRobot gelten. Denn die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat darauf hingewiesen, dass der Robo Advisor über keine Lizenz verfügt, die ihm das „Betreiben oder Erbringen von Bankgeschäften oder das Erbringen von Finanzdienstleistungen im Inland“ gestattet. Selbiges gilt auch für das in Estland ansässige Unternehmen Crypto Code.

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