Abzocker missbrauchen Popularität von Kim Dotcom

Abzocker missbrauchen Popularität von Kim Dotcom

Derzeit versuchen Cyberkriminelle mit der Popularität von Kim Dotcom Geld zu verdienen. Angeblich will der deutsche Internet-Unternehmer 10.000 ETH an die Community verschenken. Dafür muss man aber zuvor 0,5 bis 10 ETH an die Täter „zur Identifikation“ der eigenen Wallet-Adresse schicken. Es handelt sich um einen Betrugsversuch.

Mehrere Dinge sprechen momentan dafür, sich der Popularität des Kieler Megaupload-Gründers Kim Dotcom (ehemals Kim Schmitz) anzunehmen. Dotcom hat über 732.000 Follower bei Twitter um sich versammelt und ist für seine Affinität für Bitcoin und andere Kryptowährungen bekannt. k.im, sein geplanter Content-Monetarisierungsdienst in Verbindung mit einem Sharehoster, will die Rechteinhaber mittels mehrerer Kryptowährungen auszahlen.

Scammer versuchen Medienpräsenz auszunutzen

Außerdem war er in diesen Tagen in den Medien präsent, weil das Berufungsgericht im neuseeländischen Wellington über seine Auslieferung in die USA entschieden hat. Sollte er die höchste richterliche Instanz Neuseelands nicht anrufen, würden ihm demnächst bei einer Verurteilung in den USA bis zu 20 Jahre Haft drohen. Die Verhandlung vor dem Obersten Gerichtshof wird die Angelegenheit aber wohl noch etwa ein Jahr hinauszögern.

Kim DotcomDas P2P-Newsportal TorrentFreak berichtet jetzt über Scammer, die ihre Opfer mithilfe eines gefälschten Twitter-Accounts von Dotcom hinters Licht führen wollen. Da der Name und das Profilbild exakt gleich ist, muss man genauer auf den Usernamen bei Twitter achten, um den Betrug festzustellen. Der falsche Kim Dotcom wirbt damit, dass er 10.000 Ethereum verschenken will. Dies sei ein spezielles Angebot für seine Fans. Andere nicht minder falsche Accounts berichten vom Empfang der Coins auf ihrem Konto. Allerdings verlangen die Cyberkriminellen zur Identifikation der Adresse die Übersendung von einem halben bis zu zehn ETH. Bei einem Wert von über 400 Euro pro ETH käme so einiges zusammen.

Wer genauer hinschaut, entdeckt sofort, dass der Username @tuwuselugyb statt @kimdotcom lautet. Diesen falschen Account hat Twitter zwischenzeitlich gesperrt. Auch die Seite bei Tumblr.com wurde mittlerweile gelöscht, um weitere Betrugsfälle zu verhindern. Wer sich aber bei Twitter umschaut, entdeckt zeitnah Personen, die sich aufgrund ihrer Leichtgläubigkeit und mangelnden Kontrolle der richtigen Adresse haben betrügen lassen. Der andere Fake-Account hat hinter dem Usernamen nur noch ein e angehängt. @kimdotcome hat man noch nicht gelöscht. Auch den damit verknüpften Blogeintrag hat der russische Anbieter Yandex noch nicht entfernt. Die Gefahr ist also noch nicht gebannt.

 

Niemand hat etwas zu verschenken, auch Kim Dotcom nicht!

Der falsche Dotcom will seine Fans angeblich etwas aufmuntern. Gerade für die Hodler waren die letzten Monaten nicht gerade einfach, schreiben die Betrüger. Natürlich schickt man alle ETH zurück, sofern man die Geschenke verteilt hat, behauptet man in den Tweets. Wer darauf hereinfällt, wird aber sein blaues Wunder erleben. Leider gibt es stets genügend Leichtgläubige, die auf derart billige Tricks hereinfallen und die statt reicher zu werden auch noch um ihr Erspartes gebracht werden. Niemand hat etwas zu verschenken. Wer daran glaubt, ist zumindest hinterher um eine Erfahrung reicher.

BTC-ECHO

Über Lars Sobiraj

Lars SobirajLars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Außerdem bringt Lars Sobiraj seit 2014 an der Kölner Hochschule Fresenius Studenten für Sustainable Marketing & Leadership (M.A.) den Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken bei. Vor einiger Zeit erwuchs das Interesse am Thema Kryptowährungen, die glücklicherweise ohne die Kontrolle von Zentralbanken funktionieren. Sehr gerne möchte er seinen Teil dazu beitragen, dass Bitcoin & Co. nicht nur für reine Spekulanten von Interesse sind, sondern auch für die Frau und den Mann von nebenan.

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