BTC-ECHO auf der Bitcoin- und Blockchain-Konferenz in Prag

BTC-ECHO auf der Bitcoin- und Blockchain-Konferenz in Prag

Im Rahmen der Reportagereihe „Bitcoin in Europe“ war BTC-ECHO heute in Prag auf einer Bitcoin- und Blockchain-Konferenz. Wir haben uns die Vorträge angeschaut und mit einigen interessanten Blockchain-Unternehmen gesprochen, die wir euch im Folgenden kurz vorstellen möchten.  



Waves

Den Anfang machte die Crowfunding-Plattform Waves. Der CEO von Waves, Sasha Ivanov, sparte dabei nicht mit Kritik an anderen Kryptowährungen und Blockchain-Lösungen. Probleme, die Waves löst bzw. lösen möchte. Neben der Herausforderung der Skalierung, sieht Ivanov ein großes Sicherheitsrisiko bei Kryptowährungsbörsen. In der Vergangenheit wurden diese des Öfteren Opfer von Hackerangriffen.

Um dem entgegenzuwirken, soll das Trading zum Teil dezentralisiert werden, sodass eine zentrale Börsenplattform nur noch bedingt ein attraktives Angriffsziel darstellt. Dazu kann jeder eine Node installieren und als „Matcher“ arbeiten, ergo Angebot und Nachfrage zusammenführen. Für diese Arbeit ist eine entsprechende Kompensation in Coins vorgesehen. Waves möchte damit einen Schritt in Richtung dezentrale Börsenabwicklung gehen. Was das Thema Skalierung betrifft, spielt Waves mit 1000 Transaktionen pro Sekunde in der oberen Liga. Zum Vergleich: Das Bitcoin-Netzwerk kann maximal 7 Transaktionen pro Sekunde ausführen.

Crypviser

Nach dem Vortrag von Waves haben wir mit dem Team von Crypviser gesprochen. Crypviser sitzen in Düsseldorf und arbeiten an sicheren Kommunikationslösungen auf Blockchain-Basis. Ähnlich wie bei WhatsApp und Co. können Messengersysteme genutzt werden, mit dem entscheidenden Unterschied, dass man die volle Kontrolle über seine Daten hat und kein Unternehmen diese speichern kann. Um diese Datenintegrität zu nutzen, können Coins erworben werden, die als eine Art Monatsbeitrag fungieren. Alle Sicherheits- und Datenstandards entsprechen deutschem Standard und sind entsprechend lizenziert. Wer mehr über Crypviser erfahren möchte, kann sich das kürzlich veröffentlichte Whitepaper anschauen. Wer sich nicht nur informieren, sondern auch investieren möchte, der kann das ab morgen machen, da findet dann das ICO, für 40 Tage, statt.

Genisis Mining

Für das Mining-Unternehmen mit Mining-Farmen in Island hat Rodrigo Balam einen Vortrag gehalten. Wir hatten das Glück mit ihm persönlich zu sprechen und so zu erfahren, was die weiteren Ziele des Unternehmens sind. Neben den bekannten Mining-Aktivitäten von Bitcoin und Altcoins hat das Unternehmen einen Mining-Fond ins Leben gerufen. Sogar eine Bafin-Lizenz hat das Unternehmen für den ersten Bitcoin-Mining-Fond (Logos Fund) erhalten, sodass Bedenken seitens Investoren, bezüglich Rechtssicherheit und Standards, entgegen gekommen werden kann.

SolarChange

Die Idee hinter SolarChange ist es, einen Anreiz für die Produktion von sauberer Energie zu geben. Mit dem sogenannten Solar Coin bietet die Solar Change-Plattform seine eigene digitale Währung an, die durch grüne Energie gedeckt wird. Im Prinzip wird hiermit die Verbindung von Grünstrom-Produzenten und Grünstrom-Abnehmern erleichtert. Selbst wenn beide Parteien weit voneinander entfernt sind, ist das kein Problem: Strom ist Strom und die Blockchain kann die notwendige Infrastruktur zum Austausch zwischen Produzenten und Abnehmern ermöglichen.

Ein Beispiel ist ein bereits funktionierender Anwendungsfall in Paris. Dort bietet ein Stromanbieter an, dass man die Rechnung wahlweise auch mit Solar Coin bezahlen kann. In einem erweiterten Fall könnte man Solar Coin dann auch zum Shopping benutzen: Wer selber Strom durch eine Solaranlage produziert, könnte in Zukunft also den nächsten Einkauf mit „Sonnenenergie“ bezahlen.

Fazit

Die Blockchain-Konferenz in Prag war vergleichsweise klein, dennoch hatte sie, im Gegensatz zu manch anderer Konferenz, auch anspruchsvolle, technische Vorträge und Diskussionen zu bieten. Auch der Veranstaltungsort Prag ist sehr gut gewählt, da Prag zu den Krypto-Hot Spots in Europa zählt. So gibt es bereits über 100 Geschäfte, Restaurants und Bars, die Bitcoin akzeptieren.

Wir haben die Interviews mit den oben genannten Unternehmen auf Video aufgezeichnet, sodass ihr diese in unserer BTC-ECHO-Reportagereihe „Bitcoin in Europe“ sehen werdet. Wir werden mit den Unternehmen in Kontakt bleiben und über neue Entwicklungen berichten. Der Besuch weiterer Konferenzen in den nächsten Wochen und Monaten ist bereits geplant, sodass ihr zeitnah mit aktuellen Berichten aus dem Blockchain-Business rechnen könnte.

BTC-ECHO

Über Sven Wagenknecht

Sven WagenknechtSven Wagenknecht ist Chefredakteur von BTC-ECHO und verantwortet neben der redaktionellen Planung auch den Bereich Business Development. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn vor allem die langfristigen Implikationen auf Politik, Gesellschaft und Wirtschaft.

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