Blocksize-Debatte: „Kernentwickler sind ein Risiko für Bitcoin“

Brian Armstrong

Brian Armstrong, CEO der Bitcoin-Börse Coinbase, sagte am Freitag das Kernentwickler Team hinter Bitcoin könnte die größte systematische Bedrohung für das Bitcoin-Netzwerk sein.

Armstrong äußerte sich zu dem Thema in einem Blogpost, nachdem er am Satoshi Roundtable vom 26. -28. Februar teilgenommen hatte. Er sieht die Bitcoin Debatte um die Skalierbarkeit weiterhin als ungelöstes Problem zwischen den Kernentwicklern und den meisten Bitcoin Unternehmen die dringend wachsen wollen. Die Bitcoin-Miner sieht er in der Mitte der Debatte „gefangen“.

Armstrong:

„Die Gespräche fokussierten sich zunächst auf Kompromisse die eingegangen werden können, um das Problem der Skalierbarkeit endlich zu lösen und den Stein ins Rollen zu bringen. Innerhalb der Gespräche habe ich mir zunehmend weniger Gedanken darüber gemacht, wie wir das Problem kurzfristig lösen können, denn ich habe allmählich begriffen, dass wir eventuell ein viel größeres Problem haben: Das systematische Risiko von Bitcoin, wenn Bitcoin Core das einzige Team ist was an Bitcoin arbeitet.“

Armstrong detaillierte seine Bedenken am Core Team und sagte einige Mitglieder hätten „schlechte Kommunikationsfähigkeiten“ und seien „nicht reif“ genug. Dadurch haben sich bisher viele Entwickler von Bitcoin ferngehalten. Zudem sagte er das Team gibt sich nur mit einer „perfekten“ Lösung zufrieden, „gute“ Lösungen werden untätig abgeschmettert, selbst wenn sie Bitcoin damit einem großen Risiko aussetzen.

Zuletzt kritisierte er die generelle Haltung des Core Teams in Bezug auf die Skalierbarkeit des Bitcoin-Netzwerks:

„Sie haben wirklich ernsthafte Zweifel an der langfristigen Skalierbarkeit  zu haben und das eine Vergrößerung der Blockgröße eine ungewisse Zukunft bietet, die sie nicht zulassen wollen.“

Laut der Teilnehmerliste auf der Roundtable Webseite sollen die Bitcoin Kernentwickler Matt Corallo, Luke Dashjr, Alex Morcos und Peter ToddAccording am Satoshi Roundtable teilgenommen haben.

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Worst-Case Szenario

Besorgt zeigte sich Armstrong auch gegenüber dem bevorstehenden Block-Halvening im Sommer diesen Jahres. Denn dann werden nur noch 12,5 BTC pro Block produziert anstatt wie bisher 25 BTC.

Bei einem gleichbleibenden Preis pro Bitcoin wird das Bitcoin-Mining immer weniger lukrativ und viele Miner werden ihre Geräte vom Netz nehmen. Damit würden die Transaktionen noch langsamer abgewickelt werden, denn die steigende Anzahl an Transaktionen trifft auf immer weniger Miner. Wer dann eine schnelle Transaktionsabwicklung wünscht, muss vermutlich mit steigenden Gebühren rechnen, was Bitcoin letztendlich weniger attraktiv macht.

Push for Classic

Armstrongs Lösung: Eine sofortige Umsetzung von Bitcoin-Classic und damit eine Erhöhung der Block-Size von 1MB auf 2MB. Nur so könnte man Bitcoin-Transaktionen weiterhin günstig abwickeln und das Netzwerk erst einmal schützen:

„Das ist die beste kurzfristige Lösung zur Skalierung vom Bitcoin-Netzwerk, die uns erst einmal mehr Zeit verschaffen wird. Entweder machen wir es jetzt sofort (natürlich mit angemessener Vorlaufzeit zur Vorbereitung) oder wir machen es wenn uns das Wasser bis zum Hals steht. Es ist keine Frage ob wir es machen, sondern wann.“

Was denkt ihr? Was ist eure Meinung zur Blocksize-Debatte?

BTC-Echo
Englische Originalfassung von via CoinDesk
Image Source: Coinbase-CEO Brian Armstrong auf TechCrunch Disrupt 2014. Bild von TechCrunch via flickr.com, Lizenz: Creative Commons