9 Bitcoin Startups die 2016 nicht erleben werden

"Sorry we're closed" sign

Auch in diesem Jahr trennte sich in der Bitcoin-Industrie die Spreu vom Weizen.

Nach einer nennen wir sie mal „Wild West Periode“, in der jeder der den Drang dazu verspürte sein eigenes Bitcoin-Startup gründen konnte, setzen sich allmählich die großen und professionellen Unternehmen durch – meist gestützt durch sehr solide Finanzspritzen.

Während einige Unternehmen für reichlich positive Schlagzeilen sorgten, konnten mindestens genauso viele Unternehmen nur ihre Kapitulation und Pleite verkünden. Gründe für die gescheiterten Geschäftsmodelle reichen über einen gestiegenen Wettbewerb, über unzureichende finanzielle Mittel bis hin zu betrügerischen Praktiken.

Im Jahr 2015 haben es mindestens 9 Unternehmen nicht geschafft:

GAW Miners

GAW Miner bekam zunehmend mehr Probleme nachdem das Unternehmen sein Versprechen für die 20 Dollar Preisuntergrenze für die eigene Kryptowährung Paycoin nicht mehr halten konnte.

Im Angesicht der Kontroversen verließen zunehmend mehr Angestellte das Unternehmen und es sickerten e-Mails durch, die das Vertrauen in GAW Miners stark schwinden ließ. GAW Miner verschwand eher mit einem Wimpernschlag als mit einem großen Paukenschlag vom Markt.

GAW Miner wurde zudem von Privatanlegern aufgrund der hohen Verluste verklagt und noch schlimmer, der CEO Josh Garza wurde von der US Börsenaufsicht (SEC) wegen Verkauf von unlizensierten Wertpapieren und des Betreiben eines Schneeballsystems verklagt.

Mining ASIC Technologies

Mining ASIC`s Technology (MAT) wurde von einem Gericht in Maastricht (NL) in 2015 als insolvent erklärt. Zuvor hatte der CEO Marc Coomans das Insolvenzverfahren eingeleitet.

Der Hersteller von SHA-256 ASIC Mining-Chips hatte seine Kunden aufgefordert 35% des Kaufpreises anzuzahlen, leider konnte das Unternehmen später im September 2014 aber nicht die Liefertermine einhalten und der „Scam“ Vorwurf hat nicht lange auf sich warten lassen.

Das Unternehmen sagte zu den Vorwürfen es habe Probleme mit der Kühlung der Chips gehabt und wollte die Chips erst ausliefern, wenn die Probleme behoben sind.

Zum Ärger vieler Kunden kam es nie zu einer Auslieferung und das Unternehmen erklärte sich nach großem Ärger mit einem Zulieferer als bankrott. Nach Aussagen des Unternehmens wurden alle gezahlten Beträge an die Kunden zurückerstattet.

Bonafide

Das Bitcoin Startup Bonafide stellte seinen Dienst im nur ein Jahr nach Gründung im November ein. Zuvor hatte das Unternehmen in einer Finanzierungsrunde 850.000 US-Dollar einsammeln können. Zu den Investoren gehörte Blockchain Capital und Quest Venture Partners.

Das Startup bot seinen Kunden ein Bitcoin API zur Eröffnung von Bitcoin Wechseldiensten, Wallets und anderen Bitcoin-Diensten.

Die Gründer Karthik Balasubramanian und Brian Moyer begründeten die Schließung mit zu geringem Interesse an der Technologie.

Mehr zum Thema:  Hackerangriff legt Bitcoin Handelsplattform QuickBit lahm

Brawker

Die Bitcoin Kauf-Plattform Braker schloss ihre Pforten Ende April. Grund für die Schließung sei der hohe Wettbewerb und der Arbeitsaufwand gewesen.

Auf der dezentralisierten Plattform konnten Kunden Produkte mit Bitcoin kaufen. Gegründet wurde das Startup im April 2014.

BTC Guild

Der langjährige Bitcoin Mining-Pool BTC Guild stellte den Betrieb Ende Juni ein. Als Grund für die Schließung nannte das Unternehmen die Veröffentlichung der New York BitLicense. Der Mining Pool sah sich nicht in der Lage die neuen Anforderung zu erfüllen.

Ein Sprecher des New York State Departments of Financial Services (NYDFS) sagte später, dass Bitcoin-Mining Unternehmen von der BitLicense nicht betroffen sind.

Buttercoin

Nachdem der US Bitcoin Marktplatz Buttercoin Ende 2013 während einer Finanzierungsrunde 2.1 Millionen US-Dollar einsammeln konnte, stellte das Unternehmen im April 2015 seinen Betrieb ein.

Eigenen Aussagen zufolge sei das Unternehmen zu jeder Zeit 100% solvent gewesen, das Interesse seitens der Risikokapitalgeber sei jedoch zu gering gewesen:

„Mit dem sinkenden Interesse seitens der Silicon Valley Investoren an Bitcoin sehen wir uns nicht mehr in der Lage Buttercoin weiterzuführen.“

Seit der Schließung hat der US Markt einige voll regulierte Bitcoin-Börsen zum Vorschein gebracht. Darunter Coinbase, Gemini und itBit.

CoinTerra

Das Bitcoin-Mining Unternehmen reichte bereits im Januar einen Insolvenzantrag ein. Das Unternehmen nannte in dem Antrag mehrere hundert Gläubiger und sagte es könne nicht alle Investoren entschädigen.

Aus den Gerichtsdokumenten geht hervor, dass CoinTerra zwischen 10 und 50 Millionen in Vermögenswerten besitzt mit denen vermutlich die Forderungen der versicherten Gläubiger beglichen werden sollen.

Yacuna

Die europäische Bitcoin-Börse Yacuna machte im November einen geregelten Rückzug aus der Bitcoin-Szene und forderte seinen Kunden vor der Schließung auf alle Bestände abzuheben.

In einem CoinDesk Interview erzählte der CEO Mark Caruso über die Hintergründe der Schließung:

„Wir haben für unseren Service keine Gebühren erhoben da wir in der Blockchain Technologie ein sehr großes Potential gesehen haben. Leider hat das Volumen und das Wachstum nicht unseren Erwartungen entsprochen und daher haben wir uns dazu entschlossen den Betrieb einzustellen.“

37coins

Das Startup für Bitcoin-Überweisungen quittierte den Dienst im August, nachdem das Unternehmen den SMS-basierten Wallet Dienst pausieren musste. Die Nutzer des Dienstes können noch bis zum 30. Dezember ihre Guthaben abheben.

Bemerkenswerterweise setzte das Plug and Play Bitcoin Startup auf Low-Cost Mobiltelefone und kostengünstig Transaktionen zu gewährleisten.

BTC-Echo
Englische Originalfassung von via CoinDesk
Image Source: Fotolia


Bildquellen

  • „Sorry we’re closed“ sign: © Thomas Pajot, Fotolia